Spatenstich für den „Hauptsammler Ost“
Der Hauptsammler ist ein unterirdischer Kanal mit einem Innendurchmesser von 3 Metern und dient zur Ableitung von Regen- bzw. Mischwasserabflüssen. Dadurch modernisiert die Stadtentwässerung Reutlingen (SER) einen zentralen Teil der städtischen Entwässerungsinfrastruktur und sorgt für eine leistungsfähige, nachhaltige und langfristig sichere Abwasserversorgung für große Teile der Reutlinger Kernstadt, wodurch auch zur Anpassung an die mit dem Klimawandel verbundenen Starkregenereignisse beigetragen wird. Dank des Innendurchmessers können nämlich ca. 24.500 Liter Wasser pro Sekunde bewältigt werden, was dem Fassungsvermögen von rund 160 Badewannen entspricht.
Oberbürgermeister Thomas Keck betonte jedoch, dass „eine absolute Sicherheit vor Starkregenereignissen selbst bei einem noch so leistungsfähigen Kanalnetz niemals vollständig gewährleistet werden kann.“ Die Natur halte sich nicht an Berechnungsmodelle.
Langfristig soll der Hauptsammler außerdem die bestehenden, jedoch in die Jahre gekommenen Sammler ersetzen, die baulich und hydraulisch an ihre Grenzen kommen.
Des Weiteren soll zur Fremdwasserreduzierung im Rohrquerschnitt des Hauptsammlers Ost ein weiterer Kanal mitgeführt werden, der Fremdwasser aus dem Einzugsgebiet der Achalm aufnehmen und der Echaz zuführen soll. Perspektivisch soll er auch dafür genutzt werden, um sauberes Regenwasser vom bestehenden Abwassernetz abzukoppeln, was eine Entlastung für die SER und die Umwelt darstellt.
Der Hauptsammler erstreckt sich über eine Länge von rund 825 Metern von der Bahnhof-/Bismarckstraße bis hin zur Emil-Adolff-Straße und unterquert damit auch die Bahnstrecke. Doch dank dem Einsatz moderner, grabenloser Vortriebsverfahren und zeitgleichem Monitoring kann der Bahnbetrieb ohne Beeinträchtigung weiterlaufen. Schließlich liegt der Scheitel des Rohres über 5 Meter unter der Erdoberfläche.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 33,5 Millionen Euro, was laut Oberbürgermeister Keck „die bislang größte Einzelvergabe in der jüngeren Geschichte unserer Stadt ist“.
Der Baubeginn erfolgte im Juli 2026, der Rohrvortrieb soll Anfang 2027 starten. Die Bauarbeiten werden vermutlich bis Herbst 2028 andauern. Dann soll das Projekt fertiggestellt sein.
Oberbürgermeister Thomas Keck verleiht dem Projekt große Bedeutung und benennt es als „zentrale[n] Schlüsselbaustein für unsere öffentliche Entwässerungsinfrastruktur“.
Im Anschluss an sein Grußwort durfte Thomas Keck durch das Ansetzen der Bohrkrone des Drehbohrgeräts den symbolischen Spatenstich durchführen.