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Hagelsturm am 28.07.2013 Fotograf Bastian Werner
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Starkregengefahrenkarten: Informieren Sie sich über Ihr Überflutungsrisiko bei Starkregen

1. Starkregengefahrenkarten (SRGK) der Stadt Reutlingen

Hier finden Sie die Starkregengefahrenkarten

Hier finden Sie eine Anwendungsanleitung zu den Starkregengefahrenkarten

2. Was stellen die Starkregengefahrenkarten (SRGK) dar?

Die SRGK stellen die Überflutungsausdehnungen in der Fläche bei einem Starkregenereignis dar. Es gibt drei verschiedene Szenarien: das seltene, außergewöhnliche und das extreme Ereignis. Dem seltenen Ereignis liegt ein 30-jährlicher Niederschlag zugrunde, dem außergewöhnlichen ein 100-jährlicher Niederschlag und dem extremen Ereignis der höchste je in Baden-Württemberg gemessene Niederschlag. Die Oberflächenabflüsse werden nach einem standardisierten Prozess (einheitliches Vorgehen in Baden-Württemberg) mittels eines Modells berechnet.
Dargestellt werden als Ergebnis der Wasserstand, die Wasserspiegellage (Höhe des Wasserstandes über Normalnull) und die Fließvektoren (Fließrichtung und -geschwindigkeit) jeweils pro Quadratmeter.

Wasserstand 
In den Starkregengefahrenkarten sind zum einen die maximalen Wasserstände bei den jeweiligen Ereignissen dargestellt. Die Darstellung beginnt erst ab 5 cm Wasserstand, darunter wird kein Wasserstand angezeigt, da sonst die gesamte Stadtkarte blau eingefärbt wäre. 
Die Darstellung erfolgt in vier Kategorien 5-10 cm, 10-50 cm, 50-100 cm und > 100 cm.

Wasserspiegellage
In den Starkregengefahrenkarten sind auch die Wasserspiegellagen (Wasserstand über Normalnull) dargestellt. Diese sind für jede Zelle (Quadratmeter) abgreifbar und nicht kategorisiert.

Fließgeschwindigkeiten und -richtungen
In der Starkregengefahrenkarte sind auch die Fließrichtungen und Fließgeschwindigkeiten dargestellt. Diese sind in folgenden Kategorien zusammengefasst:
grün = 0,2 bis 0,5 m/s (Meter pro Sekunde)
orange = 0,5 bis 2,0 m/s
rot = 2,0 bis 10,0 m/s

3. Kurze Erläuterungen zu den Starkregengefahrenkarten

Die Starkregengefahrenkarten werden mittels eines zweidimensionalen Modells erstellt. Dazu wird die reale Geländeoberfläche mittels einer Laserscanbefliegung erfasst und sehr genau im Modell abgebildet. Das Land Baden-Württemberg hat auf Basis von Niederschlagsauswertungen und Boden- sowie Landnutzungsdaten sogenannte Oberflächenabflusskennwerte ermittelt, welche zur Erstellung der Starkregengefahrenkarten in das Modell einzuarbeiten sind.
Das Modell berechnet dann auf Basis dieser Daten die Fließwege auf der Oberfläche. Die Starkregengefahrenkarten stellen im Ergebnis den Zustand der maximalen Überflutung bei einem jeweiligen Ereignis dar. Berechnungsgrundlage ist dabei immer ein einstündiges Niederschlagsereignis.

4. Was kann ich mit den Ergebnissen nun tun bzw. was sollte ich tun?

Der Gesetzgeber fordert im Wasserhaushaltsgesetz die Allgemeine Sorgfaltspflicht (§ 5 WHG): Jeder Betroffene ist verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen von Hochwasser zu ergreifen. Die SER bietet mit den Starkregengefahrenkarten nun die Möglichkeit, die individuelle Gefahr einzuschätzen. Es wird aufgezeigt, ob ein Grundstück bei Starkregen betroffen ist und wie groß die Betroffenheit ist - also wie hoch das Wasser steht.
Nun können für das betroffene Grundstück/Gebäude Maßnahmen zum Schutz vor Wassereintritt von außen vorgenommen werden, z. B. Hochsetzen von Lichtschächten oder Kellerabgängen, Abdichten von Fenster und Türen, etc.
Dazu gibt es zahlreiche Informationen in der Hochwasserschutzfibel zu finden.
Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es sich um Objektschutzmaßnahmen - also um Maßnahmen am Gebäude handelt. Maßnahmen zur Ableitung des Oberflächenwassers müssen unter Berücksichtigung des § 37 WHG getroffen werden. Es muss gewährleistet sein, dass durch die Ableitung es zu keiner Verschlechterung für Ober- oder Unterlieger kommt.

Des Weiteren gilt zu beachten, dass die Starkregengefahrenkarten nur die Gefahr von Oberflächenwasser darstellen. Weitere Risiken bei Starkregen und Hochwasser bestehen durch Eintritt von Grundwasser und durch Rückstau aus dem Kanal. Auch hierzu finden sich Informationen in der Hochwasserschutzfibel oder auf unserer Homepage unter der Rubrik Hochwasser.

Ansonsten stehen bei Fragen gern jederzeit die Mitarbeiter der SER unter 07121/303-2576 zur Verfügung.